Die „Mengener Mischung“ – echte Wildblumen aus Mengen und Umgebung
Die Idee zur „Mengener Mischung” entstand im Jahr 2008 als Reaktion auf die damals weit verbreiteten, überaus farbenprächtigen Mischungen – darunter auch die bekannte „Mössinger Mischung”. Viele Gartenbesitzer und Gemeinden glaubten, damit etwas Gutes für die Natur zu tun. Die Fachwelt sah das jedoch anders: Diese Blütenpracht ist in erster Linie eine Augenweide, für Insekten und in der Folge für unsere Gartenvögel und Fledermäuse bringt sie jedoch kaum etwas. Genau dem wollte der NABU Mengen-Scheer-Hohentengen-Ostrach einen echten Gegenentwurf entgegensetzen: eine Mischung aus echten, lokalen Wildblumen. Unser Kalkül, dass der ungewöhnliche Name neugierig macht und Gespräche anstößt, ist aufgegangen.
Unsere Samen stammen von Wildblumen aus Mengen und der näheren Umgebung – selbstverständlich von nicht geschützten Arten. Jeden Sommer sammeln wir sie von Hand auf den schönsten Wiesen und naturnahen Standorten der Region – selbstverständlich mit freundlicher Zustimmung der Bewirtschafter. Die Samen werden sehr zeitaufwändig an der Sonne getrocknet, von Hand ausgerieben oder ausgeklopft und mehrfach gesiebt.
So entstehen pro Jahr rund 150 Tüten à 45 Gramm, die für etwa 10 Quadratmeter Blumenwiese ausreichen. Der Reinheitsgrad ist geringer als bei handelsüblichem Saatgut, da wir die feine Spreu mit unserer bescheidenen Technik nicht vollständig abtrennen können. Wir rechnen daher mit einem unvermeidlichen Anteil von gut 30 %.
Uns geht es nicht um den Verkauf von Samen, sondern um echte Natur im Garten. Deshalb führen wir mit jedem Interessenten ein persönliches Gespräch. Wer nur eine bunte Optik sucht, dem sagen wir ehrlich und mit Bedauern, dass eine Wildblumenwiese vermutlich nicht das Richtige für ihn ist, denn sie ist wilder, lichter und weniger auffällig als eine Handelsmischung.
Zu jeder Tüte liefern wir eine schriftliche Anleitung für Ansaat und Pflege. Für Flächen über 50 m² oder für den Außenbereich empfehlen wir bewusst namhafte Samenhersteller. Wir wollen mit unserer begrenzten Menge möglichst viele Gartenbesitzer erreichen.
Die „Mengener Mischung“ ist kein Geschäftsmodell. Bei einem Zeitaufwand von rund 2,5 Stunden pro Tüte – vom Sammeln über die Aufbereitung bis hin zu Vertrieb und Beratung –wir erheben nur eine kleine Schutzgebühr. Denn: Was nichts kostet, ist nichts wert. Uns geht es nicht ums Geldverdienen, sondern darum, Gartenbesitzer für mehr Natur in Form einer echten Blumenwiese zu gewinnen.
Impressionen von der Herstellung der „Mengener Mischung“:
Das Thema „Natur im Garten” ist mittlerweile in der breiten Öffentlichkeit angekommen und gewinnt auch in der Stadtplanung und bei Fachbehörden zunehmend an Bedeutung. Die Nachfrage nach unserer Mischung reicht bis zu 20 Kilometer in die Umgebung von Mengen, und wir sind jedes Jahr ausverkauft.
Aufgrund der Hitze im Jahr 2026 fielen die Grassamen bereits früher als üblich aus und wir kamen zu spät zur „Ernte“. Leider wuchsen aufgrund der Trockenheit keine mehr nach. Da Gräser aber zu einer Wiese gehören, haben wir eine Gräsermischung dazugekauft, die auch von heimischen Bauern verwendet wird. In dieser waren 0,6 % Weißkleesamen mit einer Beschichtung enthalten, die auch für den Bioanbau zugelassen ist. Wir sehen darin keinen Nachteil für die Qualität unserer „Mengener Mischung“.
Wenn Blumenwiesen im Herbst eingesät werden, haben sie einen Startvorsprung: Im Folgejahr kommen mehr Blumen zum Blühen als bei einer Aussaat im Frühjahr. Darum sind die Samen mit einer schriftlichen Einsaat- und Pflegeanleitung bereits ab September bei uns erhältlich (Kontakt: werner.loew@freenet.de). Der Verkauf erfolgt solange der Vorrat reicht. Erfahrungsgemäß ist das im März der Fall.
Hierzu noch ein Artikel in der Schwäbischen Zeitung:
https://www.schwaebische.de/regional/sigmaringen/mengen/was-bei-einer-wildblumenwiese-wichtig-ist-2811466
